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18.Mai 2007 Dass Werbung so offensichtlich mit dem Bedürfnis nach Befreiung aus Abhängigkeiten operiert, zeigt wie unfrei wir tatsächlich sind. Die persönliche Gefangenschaft ist ein zentraler Mangel unserer Tage. Denken Sie darüber mal nach: Wir sind aufgeklärt, wir sind überzeugt, wählen zu können, was wir wollen und dennoch fühlen wir uns unfrei. Sind wir tatsächlich freier als zu anderen Zeiten der Geschichte oder hat lediglich die Art der Diktatur sich verändert und es wird einfach nur unbemerkter regiert? Wir haben die Auswahl in unserem Dasein und empfinden die Möglichkeit unter vielen Alternativen zu wählen als normal, weil wir damit aufgewachsen sind und mit dem Zustand der Unfreiheit nur selten konfrontiert wurden. Statt aber wirklich zu leben, operieren wir häufig nur im beschränkten Raum unserer Konsummöglichkeiten. Wir wählen oftmals lediglich zwischen verschiedenen Möglichkeiten des Konsums und fühlen nur noch gelegentlich die tiefe Stumpfheit unseres Daseins in dem Gefühl von Langeweile und latenter Bedrücktheit. Wir haben vergessen, dass uns das Konsumieren nur vormacht, frei und glücklich zu sein. Unkontrollierter Konsum hält uns durch die Vorspiegelung eines begeisterten Daseins nur davon ab, wirklich glücklich zu werden. In unseren Konsumritualen empfinden wir für eine Zeitspanne scheinbar Glück und Lebendigkeit, um dann wieder in eine triste Realität zurückzufallen. Im Grunde befriedigt uns der Konsum aber nicht wirklich, sondern verdeckt lediglich den Schmerz über die Abspaltung von unserer eigenen Entwicklung für eine Zeit lang. Unser Leben bewegt sich dann nur im Teufelskreis von Niedergeschlagenheit und dem Rausch im Konsumerlebnis. Die Folgen übersteigerten Konsums sind körperliche Schäden und psychische Unausgewogenheit. Konsum als Ersatz für wirkliches Erleben macht krank und lähmt. Krankheiten sind der Ausdruck des zivilisierten Organismus gegen die falschen Rituale im Denken und Handeln. Obwohl wir heute alle Möglichkeiten haben, unser Leben zu wählen, sind große Teile unserer Gesellschaft offensichtlich nicht mehr in der Lage diese Chancen zu nutzen. 21.Mai 2007 Die richtige Ernährung
Hilfsbereitschaft 23.Mai 2007 Ehrlichkeit 24.Mai 2007 GEH ZURÜCK AN DEN PUNKT WO DU DEINE LIEBE VERLOREN HAST - NIMM DORT DEN FADEN WIEDER AUF UND VERLIERE IHN NICHT MEHR - GEH ZURÜCK AN DEN PUNKT WO DU DEINE LIEBE VERLOREN HAST - HALTE DAS BAND LASS ES NICHT MEHR LOS GEH VORAN 25.Mai 2007 Was
ist Einsamkeit ? 31.Mai 2007 Mäßigkeit(Bescheidenheit, Zufriedenheit <=> Zorn, Hysterie, Sinnlichkeit, Besitz, Gier, Macht, Unmäßigkeit) Mäßigkeit ist eine Haltung, die auf alle Handlungen gut passt: Nichts wird besser oder angenehmer, wenn man es übertreibt. Wer zuviel isst, wird träge, wer sich zu wenig bewegt, wird im Körper wie im Geiste müde und unbeweglich, wer zuviel Sex hat, verblödet in seiner Gier, wer zuviel Wert auf seinen Körper legt, hat zu wenig Zeit für den Weg der Befreiung, wer andauernd denkt, wird wahnsinnig, wer seine Wahrnehmungen nicht unter Kontrolle hat, kann sich nicht konzentrieren, wer in seinen Gefühlen schwelgt, lebt in einer Scheinwelt, wer alles schönredet, übersieht die wichtigen Probleme. Die Unmäßigkeit macht vielleicht einen Moment lang glücklich, indem sie Schmerzen betäubt, aber darüber hinaus behindert sie nur an allem, was wirklich gut tut. Das Gefühl Zufriedenheit über die Maßlosigkeit herbeiführen zu wollen, führt nur zu einem kurzen Strohfeuer des Glücks, auf das lange Tage des Unmutes folgen. Es lebt sich besser mit der Haltung: „Für mich darf´s ein bisschen weniger sein“
11.Juni 2007 Lügen
haben schöne Beine Gibt es Situationen, die Unwahrheit rechtfertigen können? Ist Unwahrheit überhaupt etwas Schlechtes? Zunächst muss das jeder für sich selbst wissen. Sicher ist aber, dass eine Lüge eine andere nach sich zieht und wenn man damit anfängt, wird es meist immer komplizierter und anstrengender. Wer lügt, gräbt sich das eigene Wasser ab, indem er seine Authentizität einbüßt. Das schmälert die eigene Kraft, es kostet Energie, man muss sich verstellen und kann nicht einfach so sein, wie man ist. Dann denkt man über Handlungen und Worte nach, wägt sie ab und laviert um die Lügerei. Lügen nimmt zu viel Raum der eigenen Person ein, gemessen daran, dass man Kraft für die persönliche Entwicklung und das gegenwärtige Leben brauchet. Lügen bedeutet Stagnation. Nun ist beim eigenen Betsreben nach Ehrlichkeit allerdings nicht zu übersehen, dass uns andere Leute anlügen, sogar diejenigen, die unsere Freunde heissen. Manchmal dauert es Jahre bis es einem überhaupt erst auffällt. Wenn es bemerkt wird, neigt man bei Freunden vielleicht dazu es zu verdrängen, weil es die Gefühle belastet. Wer eher an das Gute im Wesenskern des Menschen glaubt als an das Schlechte wird hinter dem eigenen Verdrängen Enttäuschung finden. Wie geht man damit um, angelogen zu werden? Ich denke, es ist wichtig es zu erkennen und es klar zu sehen. Sobald man Lügen bemerkt, sollte man sich schützen. Entweder indem man den anderen zur Rede stellt (meistens anstrengend, selten von Besserung begleitet) oder indem man etwas Abstand nimmt und kritischer beobachtet. Das halte ich für ratsamer als den Konflikt. Weil sich eine Lügencharaktere nur rauswinden wird, nicht zu fassen ist und man selbst nur noch mehr Kraft an diese Person verliert. Es ist gar nicht mal notwendig, den anderen zu ver-/ beurteilen, aber wer sich um die eigene Authentizität müht, muss sich selbst vor Verletzung schützen. Nennen wir es ToleranzWir wählen christliche Parteien, sind Mitglied einer Kirche, lassen Ausländer bei uns wohnen und spenden irgendwo ab und zu etwas. Dagegen ist nichts einzuwenden, aber zum Grundthema der Toleranz, der Brüderlichkeit, der Nächstenliebe oder dem Miteinander, ganz wie man es nennen will, hat es keinen ehrlichen Bezug. Toleranz ist eine häufig vorgeschützte Vokabel gegen die Müdigkeit und Furcht vor der menschlichen Begegnung. Das wirkliche Verstehen wollen anderer Menschen zerfällt häufig unter unserer Selbstsucht und der Geschwindigkeit unseres Stadtlebens. Wer überhaupt nicht mehr hinsieht, ist keineswegs tolerant, er ignoriert nur, was ihn umgibt. Dass man aufmerksam hinsehen muss, um lebendig zu sein, haben wir schon erfahren, ebenso aber muss man lebendig sein, um etwas zu sehen. Wer nicht wach und gespannt ist, hat kein Interesse an seiner Umwelt. Es ist aber auch schwierig immer das richtige Maß für die eigene Courage und Anteilnahme zu finden. Allzu leicht nur blasen wir ins Horn unserer vermeintlichen Rechte und falschen Urteile statt wirklich freundlich, ein Versehen eines Mitmenschen zu akzeptieren. Wo wir helfen sollten, sehen wir häufig weg, wo wir richten können, mischen wir uns gerne ein. Das ist keine Toleranz. Auch vieles andere, was wir uns als Toleranz vormachen, ist sie nicht wirklich, sondern nur eine Haltung, der wir dieses Etikett anheften, ohne sie tatsächlich zu leben.
Toleranz bedeutet zunächst, die Dinge zuzulassen, die sich dem eigenen Verständnis entziehen, sofern für andere kein unvertretbarer Schmerz und Schaden entsteht. Andere Menschen zu achten, indem man ihnen ihre Beschränkungen zugesteht ohne darüber zu urteilen. Wer mit Aggression konfrontiert ist und mit Aggression antwortet, tritt auf der Stelle. Auch wer sich ihr aussetzt, ohne sie wirklich zu vertragen, nimmt sie in diesem Moment in sich hinein, um sie an anderer Stelle, gleich einer Staffel weiterzugeben, das ist kein bedachtes Handeln. Der klügste Umgang mit Aggression ist die Durchlässigkeit, die einfache Betrachtung ihres Aufbäumens, ihrer Gegenwart und ihres Vergehens. Am besten tritt man innerlich etwas zurück, spricht leiser oder schweigt und sieht genau hin. Wer so durch die Welt wandelt, bleibt unbeschadet. Selbstredend, dass man darauf achtet, bei anderen keine Aggression zu erzeugen. Dies beginnt nicht erst, wenn man einen anderen mehr oder weniger bewusst und offen provoziert, sondern gilt auch da, wo man anderen mit schlechter Laune, Wünschen oder der eigenen Langeweile zur Last fällt. Verstehen Sie, die Aggression in der Welt wird erst enden, wenn sie bei Ihnen endet. Wenn Sie darauf achten, dass die Aggression sich durch Ihr Verhalten nicht fortpflanzt, wird allmählich ein anderes Umfeld entstehen. Das Umfeld der Liebe. 19. Juni 2007 Toleranz und Gleichberechtigung Im weiteren Sinne ist natürlich auch die Gleichberechtigung eine Frage der Toleranz. Wir engen unsere Sichtweise viel zu stark ein, wenn wir Menschen nach Ihrem Geschlecht einordnen und sie dort ohne Rücksicht des gesamten Spektrums ihrer Person beurteilen. Das führt zu nichts. Auch wenn es für bestimmte Personengruppen Tendenzen gibt, ist die Reduzierung einer Begegnung auf diese Tendenz dem Individuum gegenüber nicht würdig. Genauer genommen ist es auch hier die Faulheit des Betrachters, sich ein genaueres Bild der Person machen zu wollen. Dann enthalten wir uns besser eines Urteils. Gleichberechtigung kann nicht Gleichheit der verschiedenen Geschlechter in allen Belangen des Lebens bedeuten. Alle Unterschiede einzuebnen, zerstört die Erotik zwischen Mann und Frau. Die Schönheit dieser Welt besteht doch in Ihrer Unterschiedlichkeit. Wir werden aber auch die Gleichberechtigung in den notwendigen Lebensbereichen so lange nicht verwirklichen, wie unser Verhalten nicht entwickelt genug ist, um keinen Unterschied mehr zu machen nach Alter, Herkunft, Sprache oder Geschlecht und andere deshalb herabzusetzen. Erst jenseits dieser Begrenzung unseres Denkens und Verhaltens werden wir eine größere Harmonie in der Welt erfahren. Wer alle Menschen achtet und liebt, wird nicht umhin kommen, auch Frauen, Ausländer, oder wen immer Sie als benachteiligt ansehen, zu achten. Was nicht weniger bedeutet, als sie gar nicht mehr nach diesem Merkmal wahrzunehmen, sondern einfach als den Menschen, der uns in einem Moment begegnet. 21.Juni 2007 Rassismus, Frauenfeindlichkeit und nationale Konflikte entstehen erst, wenn wir in Kategorien denken, Menschen zu Gruppen zusammenfassen, statt sie als Individuen zu sehen und ihnen aus dieser Grundhaltung auch zu begegnen. Denn wirklich wichtig sind doch nicht diese primären Erkennungsmerkmale, sondern wie ein Mensch im Inneren entwickelt ist und wie er sich verhält. Auch wenn es vielleicht für bestimmte Gruppen Tendenzen gibt, sollten wir uns die Mühe machen, dem einzelnen zu begegnen. Wir müssen nicht jeden Menschen bewundern, aber wir sollten niemanden verachten und schon gar nicht aufgrund seiner menschlichen „Kategorie“. Man sollte diese unsinnige Einteilerei bei Seite legen und öffnen sich Begegnungen öffnen. 25.Juni 2007 Wirkliche Toleranz ist Liebe Toleranz oder gar Liebe als Ausdruck für Achtung, Hilfsbereitschaft und Großzügigkeit im Umgang miteinander, ist eine Haltung, die wir in unserer Entwicklung irgendwann begreifen werden, wenn wir uns darum bemühen. Wir haben sie nicht begriffen, wenn wir sie nur auf eine Handvoll Menschen, die wir wählen ausüben, dann ist sie wie gesagt nichts mehr als ein vergrößerter Egoismus, eine vorübergehende Konstruktion aus Regeln, aber kein gefühltes inneres und tatsächlich persönlich erschlossenes Prinzip. Nur aber dieses gleichbleibende Empfinden verdient den Namen Liebe. Wenn wir durchschauen, dass die Liebe zu uns selbst, die Liebe zu Freunden und Verwandten und die Liebe zu allen Menschen ein und dasselbe ist, erfahren wir eine große Befreiung und eine tiefe innere Zufriedenheit. 26.Juni 2007Partnerschaft und Individualität Etwas überspitzt könnte man sagen: Der Wunsch nach Partnerschaft ist im Menschen elementar angelegt, auch wenn die erhoffte Erfüllung seiner Wünsche ihm nicht vergönnt ist. Wir leiden im Alleinsein so lange, bis wir einen Partner gefunden haben, dann leiden wir in der Partnerschaft. In der Partnerschaft, die wir ernst nehmen, ist der Wunsch nach Freiheit und die Sehnsucht nach Geborgen sein gut ausbalanciert. Dieses Gleichgewicht zu erreichen, ist ein Entwicklungsprozess, der über Jahre kultiviert und besprochen sein will. Das persönliche Wachstum findet in einer guten Partnerschaft seinen angemessenen Rahmen, den Rahmen! Denn die Partnerschaft kann als Inhalt des eigenen Lebens nur über die Notwendigkeit der persönlichen Entwicklung einen Moment hinwegtäuschen. Die Hoffnungen zu Beginn einer Beziehung sind oft so groß, dass sie sich im Laufe der Jahre fast zwangsläufig als Illusionen erweisen. Zwei Menschen treffen aufeinander und verbringen ein Jahr voller Romantik und Zuwendung, bevor lange Jahre in der Isolation ihrer unerfüllten Bedürfnisse folgen. Obwohl der ursprüngliche Wunsch nach Verschmelzung sicherlich seine Berechtigung als eine grundlegende Sehnsucht im Leben des Menschen hat, ist unter anderem durch die medial verbrämte Stilisierung der vollkommenen und ausschließlichen Einheit als Sinnbild der Partnerschaft viel Schaden entstanden. Das ist nämlich völlig lebensfremd und kann in Wirklichkeit alleine nicht dauerhaft glücklich machen. 27. Juni 2007 Bist du ein glücklicher Mensch? Ist Dein Partner ein glücklicher Mensch? Die Suche des eigenen Glücks wie Unglücks in der Partnerschaft ist ebenso weit verbreitet wie falsch, es ist eine Umkehrung der Reihenfolge, dass nämlich nur zwei glückliche Einzelpersonen eine glückliche Gemeinsamkeit erleben können. Das individuelle Unglück aber wird durch eine Partnerschaft nicht gelöst. Die Probleme des Miteinanders entstehen meist dadurch, dass die persönlichen Probleme der eigenen Person in der Beziehung schwelen und sie häufig allmählich verbrennen. Hier liegt die grundlegende Frage, die sich jeder vor dem Beginn einer Partnerschaft und währenddessen stellen sollte: Bin ich glücklich? Und: Was hindert mein Glück? Du wirst nur dann eine glückliche Partnerschaft erleben, wenn Du dich darum bemühst, ein glücklicher Mensch zu sein. Wenn in der Gemeinsamkeit die Antwort auf die eigenen Fragen nicht gefunden wird, lebt ein Paar nur stumpf nebeneinander her. Oder man geht der Frage aus dem Weg und wendet sich ins Singledasein ab, die Kontaktanzeigen und die Städte sind voll von Menschen, die vorschützen, einen Partner zu suchen, tatsächlich aber nur dem Konsum von Menschen nachgehen. Sie wollen eigentlich alleine sein oder müssten dies, weil Ihnen Verantwortung zu anstrengend ist, oder weil sie ihre eigenen Probleme nicht überwinden, bevor sie sich einem anderen Menschen zuwenden können. Im Singledasein zeigt sich noch ein anderes Phänomen. Wer der Entscheidung für eine Person zu lange aus dem Weg geht, läuft Gefahr, sich ein unerfüllbares Wunschphantom eines Partners aufzubauen, das nicht realistisch und also nicht erfüllbar ist. Derjenige lähmt sich dadurch in seiner Entwicklung, weil er in seiner Entscheidungslosigkeit und damit verbundenen Unzufriedenheit festhängt. Zudem ist er latent mit der Suche nach einem möglichen Partner beschäftigt, was ihm die nötige Zeit und Ruhe zur eigenen Entwicklung raubt.
28. Juni 2007 Sexualität und Partnerschaft Die Wertigkeit der Sexualität ist natürlich auch im Zusammenhang mit dem Lebensalter zu sehen. Mit dem Älter werden verliert die Libido ganz allmählich an Drängen und so öffnet sich die Möglichkeit einen sensitiveren Umgang zu kultivieren. Aus diesem Blickwinkel ist es fragwürdig, das geringere Bedürfnis nach körperlicher Vereinigung mit einer Mehrzahl von Partnern zu teilen. Die natürliche Entwicklung spricht eher dafür zur Ruhe zu kommen und das gedankliche Abschweifen in eine größere Konzentration münden zu lassen. So sollte im Laufe der Jahre einer Liebesbeziehung das Abschweifen in Gedanken und Handeln allmählich nachlassen und eine Konzentration auf den Partner stattfinden. Diese ehrliche Zentrierung mündet dann in einer Verwandlung der Sexualität in Zärtlichkeit. Das ist nicht traurig, sondern es ist der natürliche Prozess im fünften Lebensjahrzehnt des Menschen. Sich gegen diesen Ablauf zu stemmen produziert nur Umwege und Unzufriedenheit. Die körperliche und die mentale Dimension der Partnerschaft sollen eine Einheit bilden. Das Körperliche, sofern es die Sexualität ist, nimmt im Lebensablauf langsam aber stetig zwischen dem zwanzigsten und siebzigsten Lebensjahr ab, die Lebensenergie und die Libido werden allmählich schwächer. Das gilt ebenso für Frauen, auch wenn ihre sexuelle Blüte einen etwas späteren Zeitpunkt hat als bei Männern. Besteht nun die körperliche Verbindung nur aus der Sexualität der Partner, nimmt in gleichem Maße auch die körperliche Begegnung in der Partnerschaft ab, was zum Ungleichgewicht und zu Zweifeln im Verhältnis zum geliebten Menschen führt. Heilvoll ist es deshalb, schon früh in der körperlichen Begegnung zu lernen, die Gier zu zügeln und das körperliche Ritual über die Sexualität hinaus zu weiten. Man sollte lernen und sich daran gewöhnen, Berührungen zu genießen, denn Zärtlichkeit und Massagen nicht die Erregung sind die Grundlage einer andauernden Liebesbeziehung. Wer dies betrachtet und versteht, wird das Aufkeimen von Zweifeln vergehen sehen. Auch die Gedanken über das Altern des Partners gelangen in eine gleichmäßigere Bahn und man erhält bis ins hohe Alter eine spürbare Geschmeidigkeit. Es hilft, das eigene Ableben in seinem Prozess zu sehen und freundlich anzunehmen. Die verdrängte Angst und der Widerstand gegen diesen Ablauf produzieren nur Umwege und vermehren die Zweifel, ohne das Glücklichsein zu vergrößern. 05.07.2007Lieben, L I E B E N und Geliebt werden Wenn ein Partner besonders verletzlich ist, geraten Sie in den Zwiespalt Ihren eigenen Wunsch zu erfüllen und der Fürsorge, den anderen zu schützen, nachzugeben. Für die Lösung gibt es keine pauschale Regel. Wer den anderen immer schützt, läuft Gefahr, therapeutische Arbeit zu leisten, aber sein eigenes Leben zu versäumen. Wer sich treu bleibt und nicht lügt, muss seinen Wunsch verleugnen oder Salz in die Wunde des Partners streuen. Das ist sicherlich nicht immer bequem, aber es ist notwendig, um eine gleichberechtigte Partnerschaft zu führen. Wenn die persönlichen Haltungen nicht kommunizierbar sind, besteht kein ausgeglichenes Verhältnis, die Partner sind sich nicht ebenbürtig. Das aber müssen sie unbedingt sein, um die Liebe zu entwickeln. Den anderen mit seinen Schwächen alleine zu lassen oder gar zu verachten ist lieblos, in der Schwäche begegnen wir dem Menschen. Wer sie mehr oder minder bewusst ausblendet und ignoriert, hat genau genommen nichts anderes verdient als die Unwahrheit, weil er sich dem Gegenüber nicht intensiv genug zuwendet. Auch wenn das als Basis einer Beziehung unakzeptabel ist. Man sollte sich von jemandem trennen, der die eigene Entwicklung nicht aufrichtig unterstützt. Sman sollte bei Partner bleiben, wenn das Wegstreben nur einem oberflächlichen momentanen Reiz folgt. Vor allem in die Jahre kommende Männer tendieren wohl dazu, die Lebensuhr mit einem jungen Glück ein wenig zurückdrehen zu wollen. Das kann ein Mangel an Konzentration sein, wenn ein solcher Mann mehr den jungen Körper einer beliebigen Frau schätzt als die Schönheit der Persönlichkeit seiner Partnerin. Natürlich lässt sich das nicht immer so leicht auseinander halten wie hier auf dem Papier, aber es ist in dem Moment wenig würdevoll, wo der Mann gegen besseres Wissen handelt. Zweifelsohne genießt er eine Zeit lang die neue Liebe mit der neuen Frau, aber auch sie wird ihm bald schal werden, wenn er sich selbst schal ist. Einen Menschen zu verlassen, bedeutet die Hoffnung und den Glauben an seine Entwicklung aufzugeben. Diese Einschätzung ist nur dann richtig, wenn der andere den eigenen Glauben an sein Wachstum aufgegeben hat. Dann hat er seine Chance geliebt zu werden selbst über Bord geworfen und dem Partner bleibt keine Wahl außer Trennung. Allerdings darf man das Vermissen der Grundhaltung, das wir an uns selbst glauben, nicht mit einer temporären Schwäche verwechseln, die wir alle immer mal wieder durchleben, weil wir Menschen sind. Wenn die Angst vor dem Verlassenwerden Regie in einer Beziehung führt statt der Glauben an das Wachstum des anderen, hat die Beziehung keine vertrauensvolle Basis. Dann ist der Andere eher instrumentalisiert, um bestimmte Bedürfnisse und Erwartungen zu erfüllen, nicht aber geliebt, um sich selbst zu öffnen und zu erheben. Diese Haltung bedeutet die Freiheit zu sehen, dass der andere prosperiert, ohne zu fürchten, dass er über den eigenen Kopf hinauswächst. Das Risiko der Trennung zu tabuisieren und zu verleugnen ist unehrlich. Es besteht immer die Möglichkeit, dass einer den „besseren“ Partner findet. Dies aber als Grund zu nehmen, sich gegenseitig einzusperren kann die Lösung nicht sein. Wie eingangs erwähnt, ist die Partnerschaft ein zweischneidiges Schwert, wir sehnen uns im Alleinsein nach einem geliebten Menschen, doch wenn uns dieser Wunsch erfüllt ist, vergessen wir ganz schleichend dieses Glück zu leben. Wer sich müht, seine Person zu entwickeln und zu konzentrieren, weicht sicherlich nicht so sehr von der Mitte der Partnerschaft ab. Im Erlangen persönlicher Spannkraft, wie wir sie hier üben, tauchen manche Fragestellungen oder Zweifel gar nicht mehr auf. 09.Juli 2007 Die Erotik einer versunsicherten Frau und eines hilflosen Mannes Ich möchte an dieser Stelle noch ein paar Sätze zur Gleichberechtigung anfügen, bevor es nächste Woche zum Thema Freunde geht. Gesellschaftlich befindet sich die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau etwa in der Mitte ihrer Entwicklung, sie ist heute keineswegs abgeschlossen. Wo Frauen ihr Gerechtigkeitsempfinden zufrieden stellen, indem sie es Männern gleich tun, finden sie nur eine vorübergehende Antwort, sofern sie die männlichen Fehler unreflektiert kopieren. So kann sich eine Frau durch ein aggressives Verhalten beispielsweise Männern durchaus gewachsen fühlen und sich durchsetzen, aber es ist fraglich, ob diese Form der Gleichberechtigung tatsächlich einen Fortschritt des Zusammenlebens bringt. In den Frauen zugeschriebenen Eigenschaften wie Empathie und Herzlichkeit liegt ein deutlich höheres menschliches Entwicklungspotenzial für Mann und Frau. Der Mann scheint aus dem Blickwinkel der Frauen immer noch im Vorteil, weil sich bestimmte Chauvinismen auch nach Jahrzehnten hartnäckig halten. Diese können aber ganz offensichtlich nicht zur Diskussion stehen, solange dem Mann zugeschriebene Eigenschaften wie Stärke, Überlegenheit, Macht und Wissen für Frauen ein erotisches Moment haben. Größtenteils ist eine verunsicherte Frau noch wesentlich reizvoller als ein hilfloser Mann. Solange die Gesellschaft und jeder einzelne diese Rollenzuschreibungen nicht ablegt, wird es schwierig sein, einen andauernden und echten Ausgleich zwischen den Geschlechtern zu finden. Die (Schuld-)Frage der Emanzipation lässt sich nicht so einfach zwischen Mann und Frau aufteilen. In manchen Punkten wie der Authentizität (der Gefühle) ist es tatsächlich schon lange für den Mann an der Zeit sich zu emanzipieren. Sofern eine Frau in ihrem Partner nur ihr Wunschbild sieht und ihn an dieser Referenz misst, kann er nur versagen, weil er wie jeder Mensch Schwächen hat. Die meisten Menschen werden schon Schwierigkeiten haben, diese Schwächen vor sich selbst zuzugeben und die Chance, dass sie die Probleme ihrem Partner selbständig eingestehen ist eher gering. Wenn eine Frau also nur bei ihrem Wunschbild bleibt (einer feineren Form von Egoismus und Gier) wird sie den Partner nicht ausdauernd und intensiv genug befragen, um sein Wesen völlig zu verstehen. Gleichberechtigung bedeutet also mehr das Gleichmaß an gegenseitiger Verantwortung, dass jeder Teil ebenso aktiv und bestimmend ist und nicht einer latent das unterlegene Kind oder den Nörgler gibt. Wenn nicht jeder freiwillig und aktiv seinen Teil an Verantwortung für sich, für den Partner und für die Partnerschaft übernimmt, kann es nicht zu einem wirklich ausgeglichenen Verhältnis zwischen Mann und Frau kommen und das führt dann nur zu Pseudoemanzipation nicht aber zu wirklicher Gleichberechtigung. Nur wenn es uns gelingt, dem Menschen den wir lieben, die Geschmeidigkeit unserer Seele zu offenbaren und zu erhalten, ergreifen wir unsere Chance als Mensch, über diese Verbindung unsere Liebe zu geben und unserer Würde als Mensch gerecht zu werden. Das sind grosse Worte, aber wer es begreift wird es als wahr erkennen. 10. Juli 2007 Ernsthafte Freunde und Liebe Was für die Haltung in der Partnerschaft recht ist, kann bei den eigenen Freunden nur billig sein. Das Verhalten den Freunden gegenüber bewegt sich irgendwo zwischen der Nähe, die man in der Partnerschaft lebt und der Toleranz fremden Menschen gegenüber. Und dennoch sollte man gerade im Kreis der engeren menschlichen Beziehungen einen genauen Blick auf Motivation und Hintergrund des eigenen Verhaltens werfen Für die Freunde gelten die gleichen Grundsätze wie für den Lebenspartner und genau genommen findet man am besten zur Harmonie, indem man aufhört zu spalten und sein Verhalten danach zu richten, wer einem gegenübersteht. Es ist besser, das eigene Verhalten zu überdenken und dann aus dem Kern der gefundenen Überzeugung allen Menschen gleich gegenüber zu treten. Natürlich, ist das ein Idealbild und es ist nicht von heute auf morgen zu realisieren, aber es soll eine Idee davon geben, dass wir als Menschen alle der gleichen Spezies angehören und sich unsere individuellen Probleme und Wünsche sehr ähneln. Das sollten wir bedenken, wenn wir Menschen begegnen, unabhängig davon, wie gut wir sie kennen. Man hat für sich vermutlich zwar entschieden, dass entsprechend der Zeit, die man mit Freunden, dem Partner oder anderen Menschen verbringt, auch ein gradueller Unterschied in der Zuwendung liegen soll. Doch eigentlich lässt sich eine liebende und geöffnete Haltung nicht graduell abstufen. Man handelt ehrlich, respektvoll, fürsorglich und bedacht oder eben nicht. Die Einteilung danach, ob ein Mensch der Lebenspartner, ein Freund oder ein Fremder ist, beinhaltet schon eine Einschränkung der authentischen Liebeshaltung. Das mag sich momentan nicht direkt erschließen, aber eine geklärte Person wird allen Menschen gleich zugewandt und auf den Moment bezogen begegnen. Dies ist ein Zugang, um zu erfahren, was sich hinter der Vokabel Einheit verbirgt und es erzeugt Wärme und die Verbundenheit zu den Menschen, nach der wir uns im Grunde sehnen. In der Möglichkeit dieser Verbundenheit offenbart sich wieder der Zusammenhang von Authentizität und Präsenz. Einem Menschen zu begegnen, findet immer im Jetzt statt, ist immer Gegenwart. Die volle Gegenwärtigkeit erlangen wir aber erst, wenn wir konzentriert bei uns selbst sind und dem Gegenüber aus der Mitte der eigenen Person heraus begegnen. Bis auf den Grund der Dinge gedacht, ist eine gleiche Haltung allen Menschen gegenüber wohl die der konsequent entwickelten Person. Sie macht ihr Verhalten nicht mehr von der Umwelt abhängig, sondern schöpft aus der eigenen Erkenntnis und der inneren Ausgewogenheit.
Jetzt noch einige Fragen um die eigene Position genauer zu sehen: >> Wo ist die Grenze der eigenen Hilfsbereitschaft? >> Ist man bei der Begegnung mit Freunden authentisch? >> Verkehrt man mit Freunden auf ehrliche Art und Weise oder biegt man die Tatsachen mehr oder minder bewusst auch mal in eine günstigere Richtung? >> Gönnt man den Freunden, was sie erreicht haben, können oder besitzen? Oder misst man sich daran und vergleicht es mit sich? >> Teilt man mit Freunden ehrlich Leid und Trauer wie auch Freude und Vorteil? >> Was ist die Erwartung an Freundschaft? >> Was möchte man den Freunden geben?
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